Bouldern für Anfänger: Klettern ohne Seil richtig starten
Bouldern ist der einfachste Einstieg ins Klettern. Kein Seil, kein Partner, kein Gurt, nur du, eine Wand und eine Matte. Hier ist alles, was du brauchst, um in eine Halle zu gehen und heute mit dem Klettern anzufangen.

Was ist Bouldern?
Bouldern heißt, kurze und kraftvolle Routen in Absprunghöhe ohne Seil zu klettern. Diese Routen nennt man Boulder oder Probleme. Statt Gurt und Sichernden schützen dich dicke Schaumstoffmatten. Weil die Kletterei kurz ist, geht es beim Bouldern vor allem darum, ein körperliches Rätsel zu lösen. Du liest die Abfolge der Griffe und findest die Züge, die dich nach oben bringen.
Es ist die geselligste und zugänglichste Spielart des Kletterns. Du kannst allein in eine Halle gehen, dir Schuhe leihen und innerhalb weniger Minuten klettern.
Die Ausrüstung, die du wirklich brauchst
Eine der besten Seiten am Bouldern ist, wie wenig du zum Anfangen brauchst. Für die ersten Sessions in der Halle reichen ein paar Dinge:
- Kletterschuhe, die du in jeder Halle leihen kannst. Eigene kaufst du erst, wenn dich das Bouldern gepackt hat.
- Chalk und ein Chalkbag, um die Hände für den Grip trocken zu halten. Am Anfang ist das optional.
- Bequeme Kleidung, in der du dich frei bewegen kannst. Mehr braucht es wirklich nicht.
Draußen willst du zusätzlich ein Crashpad und jemanden zum Spotten, aber drinnen übernimmt die Halle die Polsterung.
Wie Boulder-Grade funktionieren
Grade sagen dir, wie schwer ein Boulder ist. Zwei Systeme dominieren. Die V-Skala (V0, V1, V2 und aufwärts) wird vor allem in Nordamerika benutzt, die Fontainebleau-Skala (4, 5, 6A, 6B und aufwärts) überall in Europa. In beiden Systemen wird es schwerer, je höher die Zahl. Als Anfänger startest du ungefähr bei V0 bis V2, was etwa Font 4 bis 5 entspricht, und arbeitest dich von dort hoch.
Häng dich am Anfang nicht an den Zahlen auf. Grade sind subjektiv und unterscheiden sich von Halle zu Halle, also achte lieber auf sauberes Klettern als auf das Etikett. Mit unserem Grade-Rechner übersetzt du eine Zahl zwischen der V- und der Fontainebleau-Skala.
Deine erste Session: So gelingen die ersten Boulder
- Wärm dich an leichten Bouldern auf, bevor du dich an etwas Schweres wagst. Deine Finger und Schultern danken es dir.
- Lies den Boulder vom Boden aus und plane die Griffe, bevor du die Matte verlässt.
- Klettere aus den Beinen statt aus den Armen. Drück dich über die Füße hoch und halte die Hüfte nah an der Wand.
- Lern sicher zu fallen. Greif auf dem Weg nach unten nicht in die Wand, lande auf den Füßen und roll rückwärts auf die Matte ab.
- Ruh dich zwischen den Versuchen aus. Bouldern ist kurz und intensiv, Erholung gehört also zum Sport.
Wie oft solltest du gehen?
Als Anfänger sind zwei oder drei Sessions pro Woche mit einem Ruhetag dazwischen besser als jeden Tag zu klettern. Deine Muskeln erholen sich schnell, aber Finger, Sehnen und Haut brauchen länger, und zu viel zu früh ist der häufigste Weg, wie sich Neulinge eine hartnäckige Fingerverletzung holen. Wenn dein Griff plötzlich schwach wird oder deine Arme sich wie Pudding anfühlen, ist das ein Zeichen zum Ausruhen, nicht zum Durchbeißen. Stärker wirst du an den freien Tagen, nicht während der Session.
Wie es weitergeht
Am schnellsten wirst du besser, wenn du oft kletterst und besseren Kletternden beim Bewegen zusiehst. Sobald du dich sicher fühlst, kannst du erste Hangboard-Basics ergänzen, Überhänge lesen lernen und draußen an echtem Fels bouldern. Wenn du dich breiter aufstellen willst, zeigt dir unser Guide zu den verschiedenen Kletterarten, wie das Bouldern neben Sport, Trad und dem Rest steht. Und um mitzubekommen, was in der Kletterwelt passiert, fasst der Climbers Delight Newsletter jede Woche die besten Begehungen, Sends und Geschichten zusammen.
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